Circle-Aktie bricht um 18% ein: Entwurf des Clarity Act könnte Stablecoin-Prämien einschränken
Wie ChainCatcher berichtet, gerieten Krypto-nahe US-Aktien am Dienstag im frühen Handel deutlich unter Druck: Die Aktie von Circle (CRCL), Emittent des Stablecoins USDC, fiel zeitweise um bis zu 18%. Coinbase (COIN) verlor rund 8%.
Auslöser ist laut CoinDesk ein neuer Entwurf des US-amerikanischen "Clarity Act", der Vergütungen auf Stablecoin-Guthaben begrenzen soll. Vorgesehen sind unter anderem Einschränkungen für Anreize bei passiv gehaltenen Stablecoins sowie ein Verbot von Konstruktionen, die "wirtschaftlich einem Zins" entsprechen.
Dan Dolev, Analyst bei Mizuho, erklärte, der Entwurf könnte Zahlungen untersagen, die allein für das Halten von Stablecoins geleistet werden. Zudem könnten Modelle eingeschränkt werden, die solche Programme in irgendeiner Form bankähnlichen Einlagen gleichstellen.
Der Bericht verweist darauf, dass der GENIUS Act Emittenten bereits untersagt hatte, Nutzern direkt Renditen auszuzahlen. In der Praxis seien Prämien jedoch häufig über Strukturen wie Erlösteilung aus Reservevermögen organisiert worden. Beispiel: Circle erzielt Zinsen auf die Vermögenswerte, die USDC decken, teilt diese mit Coinbase, und Coinbase reicht die Prämien an Nutzer weiter.
Amir Hajian, Digital-Asset-Researcher bei Keyrock, sagte, der aktuelle Clarity-Act-Entwurf ziele mit dem Verbot von "wirtschaftlich zinsgleichen" Konstruktionen genau auf dieses "Yield-Passthrough"-Modell ab.
Separat erklärte Tether, Emittent von USDT, man habe eine der "Big Four"-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit einer umfassenden Prüfung der USDT-Reserven beauftragt.
CoinDesk zufolge kommt der Kursrückgang nach einer starken Rally: Seit Anfang Februar hatte Circle rund 170% zugelegt. Owen Lau, Analyst bei Clear Street, hält die Marktreaktion für möglicherweise überzogen, da Investoren zugleich Erwartungen an steigende Zinsen einpreisen.