Circle-Aktie fällt fast 20% nach CLARITY-Act-Entwurf: Stablecoin-Renditen sollen verboten werden

Die Aktie von Circle ist am Dienstag um fast 20% eingebrochen und näherte sich der Marke von 100 US-Dollar. Auslöser war ein CoinDesk-Bericht über neue Formulierungen in einem Entwurf zum CLARITY Act, die Renditen auf Stablecoin-Guthaben untersagen würden. Nach dem Vorschlag dürften Emittenten keine passiven Vergütungen allein für das Halten eines Stablecoins anbieten. Zudem sollen Konstruktionen eingeschränkt werden, die zinstragenden Einlagen ähneln. Belohnungen, die an Nutzeraktivität gekoppelt sind, könnten weiterhin zulässig sein, der konkrete Rahmen ist laut mit dem Entwurf vertrauten Personen, die von Branchenteilnehmern auf dem Capitol Hill Einblick erhielten, bislang nicht eindeutig. Die Änderung trifft Stablecoin-Emittenten wie Circle unmittelbar. USDC zahlt derzeit zwar keine Rendite an Halter, die Restriktion würde aber eine mögliche künftige Entwicklungsrichtung versperren: den Schritt über reine Zahlungsfunktionen hinaus hin zu einem Wertaufbewahrungsmittel. Das schwächt die bullishe Investmentthese, USDC könne sich zu einem wettbewerbsfähigeren Finanzinstrument entwickeln. Vor dem Rücksetzer hatte die Circle-Aktie eine starke Rally hingelegt. Seit einem Tief Anfang Februar bei rund 50 US-Dollar stieg der Kurs um mehr als 175% auf ein jüngstes Hoch von etwa 135 US-Dollar in der vergangenen Woche. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte die Aktie nach dem Ausverkauf bei rund 102,85 US-Dollar. Die neue Formulierung gilt als Kompromiss nach Widerstand aus dem Bankensektor. Dort wurde argumentiert, renditetragende Stablecoins könnten Einlagen zu ähnlich werden und traditionelle Kreditmärkte beeinträchtigen. Der aktuelle Entwurf lässt demnach Programme zu, bei denen Rewards an Aktivität statt an Kontostände geknüpft sind; wie solche Modelle konkret ausgestaltet werden sollen, ist weiterhin offen. Der CLARITY Act ist Teil der Bemühungen, in den USA einen umfassenden Ordnungsrahmen für die Marktstruktur digitaler Vermögenswerte zu schaffen. Eine frühere Version passierte das Repräsentantenhaus. Nun arbeiten Gesetzgeber daran, konkurrierende Vorschläge zu harmonisieren, bevor das Vorhaben im Bankenausschuss des Senats weiter vorangetrieben wird. Für Stablecoin-Emittenten bleibt der Ausgang der Gesetzgebung ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Sollte das Gesetz mit dem Renditeverbot verabschiedet werden, könnte es den Wettbewerb von Produkten wie USDC gegenüber neueren renditetragenden Alternativen begrenzen und die Kapitalflüsse im Digital-Asset-Ökosystem mitprägen.