Konflikt: Iranisches Parlament beschließt Gesetz mit Durchfahrtsgebühren von bis zu 2 Mio. US-Dollar für Schiffe in der Straße von Hormus

Das iranische Parlament (Majlis) hat ein Gesetz verabschiedet, das Gebühren für Schiffe festschreibt, die die Straße von Hormus passieren. Es ist das erste Mal in der modernen Seefahrtsgeschichte, dass ein Staat einseitig Abgaben für eine internationale Meerenge erhebt. Pro Schiff können bis zu 2 Mio. US-Dollar fällig werden; die Zahlung muss in iranischen Rial erfolgen und dürfte damit die Nachfrage nach der Währung erhöhen. Mit dem Gesetz wird ein in der Branche als "Tehran Toll Booth" bezeichnetes System formalisiert, über das seit Anfang März bereits ausgewählte Schiffe ad hoc zur Kasse gebeten wurden. Durch die Wasserstraße fließen rund 20% der weltweiten Öl- und Gasversorgung. Derzeit sollen nahezu 2.000 Schiffe dort festliegen. Rohöl notiert über 115 US-Dollar je Barrel. Teheran verlangt zudem internationale Anerkennung seiner Souveränität über die Meerenge als eine von fünf Bedingungen für ein Kriegsende. Der Golf-Kooperationsrat (GCC) bezeichnete die Abgaben als "Aggression und Verstoß gegen UNCLOS". Indien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate wiesen Irans rechtliche Grundlage für die Gebühren zurück.