Square schaltet Bitcoin-Zahlungen automatisch für Millionen US-Kleinunternehmen frei

Square von Jack Dorsey hat am Montag angekündigt, Bitcoin-Zahlungen für Millionen berechtigter US-Kleinunternehmen automatisch zu aktivieren. Damit zählt der Schritt zu den bislang offensivsten Vorstößen, Krypto in den Alltag des Handels zu bringen. Die Block-Tochter teilte mit, Händler könnten Bitcoin künftig ohne zusätzliche Einrichtung annehmen; an der Kasse würden Transaktionen sofort in US-Dollar umgerechnet. Zudem seien nahezu sofortige Auszahlung und bis 2026 keine Bearbeitungsgebühren vorgesehen. "Automatisch aktivierte Bitcoin-Zahlungen werden für berechtigte US-Square-Verkäufer ausgerollt", schrieb das Unternehmen in einem Beitrag auf X. "Beginnen Sie, Bitcoin zu akzeptieren, das an der Kasse sofort in Bargeld umgewandelt wird – ohne zusätzliche Einrichtung." Der Rollout baut auf der kürzlich vorgestellten Initiative "Square Bitcoin" auf, markiert aber einen Kurswechsel: Die Bitcoin-Akzeptanz wird direkt in bestehende Zahlungssysteme integriert, statt dass Händler die Funktion erst aktiv einschalten müssen. Händler erhalten standardmäßig US-Dollar, womit das Preisrisiko entfällt und keine Anpassungen bei Verwahrung oder Buchhaltung nötig sind, hatte das Unternehmen zuvor erklärt. Miles Suter, Leiter des Bitcoin-Produktbereichs bei Block, schrieb auf X: "Wir machen es Millionen von Unternehmen leichter, Bitcoin zu akzeptieren. So beginnt Bitcoin als Alltagsgeld." Dorsey bestätigte den Start mit einem knappen "today" auf X. Der Schritt fällt in eine Phase, in der PayPal seine US-Dollar-gestützte Stablecoin PYUSD im Rahmen der Digital-Payments-Strategie auf Zehntausende Nutzer in 70 Märkten ausgerollt hat. Squares BTC-Zahlungsstart gilt branchenweit als wichtiger Meilenstein. Dorsey, als Bitcoin-Purist bekannt, hat Stablecoins wiederholt kritisiert, erklärte zuletzt aber, sein Unternehmen werde diese USD-gebundenen Token wegen steigender Kundennachfrage unterstützen. Laut einer aktuellen Investorenpräsentation stammen 78% der Square-Nutzerbasis aus den USA, 22% aus internationalen Märkten. In einem separaten X-Post schrieb Suter zudem, "Bitcoin als Alltagsgeld ist eine langfristige Reise" für Block und die Welt; es gebe "viele Schritte" und "viele Bausteine", damit das Vorhaben "richtig und nachhaltig" zusammenkomme. Squares Ansatz folgt einem wachsenden Trend, die Komplexität von Krypto zu abstrahieren, indem Umrechnungen im Hintergrund erfolgen. Durch die standardmäßige Abrechnung in Fiat sinkt die Hürde für kleine Unternehmen, die Krypto bislang gemieden haben. Die Ankündigung fand auch in der Branche Beachtung. Lightspark-CEO und ehemaliger PayPal-Präsident David Marcus bezeichnete den Rollout als möglichen "TCP/IP-Moment" für Geld. Wie die frühe Standardisierung von Internetprotokollen könne Bitcoin zu einer Basisschicht für den Werttransfer zwischen Systemen werden. "Bitcoin-Zahlungen im großen Maßstab zu ermöglichen, könnte spiegeln, wie TCP/IP zum grundlegenden Protokoll des Internets wurde", sagte er. TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) bildet die Grundlage für den Datentransport im Internet und ermöglicht die Kommunikation unterschiedlicher Netzwerke über einen gemeinsamen Standard. Marcus sieht Bitcoin in einer ähnlichen Rolle für die Finanzinfrastruktur: als einheitliches Rahmenwerk, um Werte zwischen Nutzern und Plattformen zu bewegen. Mit der Integration könnte Square die reale Zahlungsreichweite von Bitcoin deutlich ausweiten. Statt primär Krypto-affine Nutzer anzusprechen, verankert das Unternehmen Bitcoin-Zahlfunktionen in Systemen, die Millionen kleiner Betriebe bereits für Zahlungen, Warenbestand und Lohnabrechnung nutzen. Weiterlesen: Stablecoin-Zahlungen werden in Südostasien "unsichtbar", während das Krypto-Kartengeschäft stark wächst